Nachdem ich wieder von Stewart Island auf dem „Festland“ angekommen war, gab es von nun an eigentlich nur noch eine Richtung – ab in den Norden. Der grobe Plan war, entlang der Ostküste zu fahren, mit einem Umweg zu den Bergseen Neuseelands.

Zwischen Bluff und der Ostküste lagen allerdings noch die Catlins. Die Catlins sind bekannt für grüne Wälder und für viele Wasserfälle. Außerdem findet man an der Küste der Catlins wohl auch einen der berühmtesten Leuchttürme den am Nugget Point. In unmittelbarer Nähe des Nugget Points befindet sich auch eine kleine Kolonie der Gelbaugen Pinguine. Diese Art ist die seltenste auf der Welt. Mit etwas Glück kann man die Pinguine am Abend oder am Morgen beobachten. Ich hatte Glück und habe gleich 3 Pinguine gesehen. Zusätzlich gab es auch noch den Sonnenuntergang am Nugget Point.

Auf dem Weg in Richtung Norden habe ich in Dunedin 3 Tage im Hostel all die Eindrücke der letzten Wochen mal verarbeitet. Was anderes konnte man auch nicht machen, denn das Wetter war das schlechteste, was ich in Neuseeland bisher erlebt habe. Aber im September hatte ich ja Gott sei Dank schon alles von Dunedin gesehen.

Aber es war Besserung des Wetters in Sicht, also machte ich mich auf den Weg zu den berühmten Seen Lake Pukaki und Lake Tekapo. In Oamaru führt mich die Straße wieder ins Landesinnere und weg von der Küste. Den Lake Pukaki macht besonders der Ausblick auf den höchsten Berg Neuseelands berühmt, den Mt. Cook! Als ich dort angekommen war, konnte ich aber noch keinen Ausblick auf Ihn erhaschen. Das schlechte Wetter hing noch an der Gebirgskette fest. Am nächsten Morgen war aber kein Wölkchen mehr am Himmel. Deshalb machte ich mich auf zum schönsten Spaziergang Neuseelands! Der Hocker Valley Track führt zum Hocker Lake, ein kleiner Gletschersee am Fuße des mächtigen Mt. Cook. Aber es ist nicht nur der Mt. Cook, sondern auch die restlichen Gletscher, die den Spaziergang zu einem der besten Neuseelands macht.

Dieser Spaziergang war eigentlich nur ein kleines Einlaufen für den nächsten Tag, denn da hatte ich mir die Mueller Hut vorgenommen. Das ist eine kleine Schutzhütte auf einer Hocheben, von wo man bei gutem Wetter einen wunderbaren Blick hat. Als ich am Morgen aufwachte,  war leider alles wolkenverhangen. Trotzdem entschloss ich mich, die Wanderung zu wagen. Die erste Hälfte der 1.000 hm habe ich ausschließlich über Treppenstufen erklommen. Danach ging es über „normale“ Wanderwege zur Mueller Hut. Nach 3/4 des Aufstieges wurde die Wolkendecke über mir immer dünner und nach kurzer Zeit war ich über den Wolken. Ich hatte sofort einen Rundumblick auf die Gletscher und vor allem auf den Aoraki (Maori Name für Mt. Cook: „der, der die Wolken durchstößt“). Nach kurzem Genießen mussten bis zum Ziel aber noch ein paar Höhenmeter zurück gelegt werden. An der Hütte angekommen, bot sich mir ein 360 Grad Blick in die Gletscherwelt Neuseelands. Hier habe ich einfach 2 Stunden lang die Sonne und den grandiosen Blick genossen! Diese Wanderung werde ich wohl so schnell nicht vergessen und zählt jetzt schon zu meinen absoluten Highlights in Neuseeland.

Nach Lake Pukaki folgte dann der Lake Tekapo, hier habe ich eine Nacht verbracht, um den Sternenhimmel Neuseelands zu begutachten. Dies kann man hier besonders gut, da es dort keine Lichtverschmutzung gibt. Dadurch hatte ich einen sagenhaften Blick in den unendlichen Sternenhimmel. Auch das Kreuz des Südens, das Sternbild welches auf der Nationalflagge Neuseelands ist, habe ich gesehen. Leider war meine Handykamera zu schlecht, um den Sternenhimmel einzufangen.

Auf dem Weg nach Christchurch lag wieder ein berühmter Drehort der Herr der Ringe Trilogie. Der Mt. Sunday war die Kulisse für Edoras, der Königssitz der Reiter von Rohan. Leider ist die Filmkulisse wieder abgebaut, aber trotzdem erkennt man es deutlich wieder. Der kleine Hügel liegt in einem großen Tal, wo einst ein großer Gletscher war.

Christchurch habe ich dieses Mal nur als durch Reisestopp genutzt um nach Kaikoura zu kommen. Seitdem ich in die Neuseelandplanung eingestiegen bin, stand Whalewatching in Kaikoura immer auf dem Plan. Die 3 stündige Whalewatching Tour hat sich definitiv gelohnt. Dadurch, dass vor der Küste Kaikouras ein Unterwassercanyon liegt, hat man dort eine sehr hohe Chance, Wale zu sehen. Ich habe 3 Pottwale gesehen und von allen 3 Walen auch jeweils die große Flosse.  Außerdem waren ohne Ende Delfine und Albatrosse zu sehen. Auch dieses Whalewatching werde ich nie vergessen und zählt zu meinen Highlights Neuseelands.

Kaikoura war meine letzte Station auf der Südinsel. Nachdem ich nun schon ein halbes Jahr auf der Südinsel Neuseelands verbracht habe, werde ich nun die folgenden 4 Monate auf der Nordinsel verbringen. Die nächsten 3 Wochen werde ich nun mit meiner Familie die Nordinsel bereisen. In diesen Wochen wird mich meine Mutter mal abwechseln und für mich bloggen!

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