Die letzten Tage habe ich in Taupo verbracht. Taupo ist das Queenstown der Nordinsel. Hier wird alles angeboten, was das Herz höher schlagen lässt und das meine ich wortwörtlich.

Als ich mir vor genau einem Jahr die ersten Gedanken zu Neuseeland gemacht habe, war auch einer der ersten Gedanken „wenn man da ist, muss man auch einen Skydive machen“. Und den Gedanken habe ich in Taupo nun umgesetzt! 

Kurzer Hand habe ich den Fallschirmsprung im Internet gebucht. Eigentlich wollte ich den Adrenalin Kick am Sonntag, den letzten Tag im März, machen. Nachdem ich mit Skydive Taupo mehrfach telefoniert hatte, war klar,  dass ich an diesem Tag nicht aus dem Flugzeug springen werde. Denn es war zu wolkig über dem größten See Neuseelands. Die ganze Anspannung war wieder ganz verflogen! Aber für den 1. April wurde gutes Wetter gemeldet, was in Neuseeland aber nichts heißen soll.

Der Wetterbericht behielt aber recht, denn ich wurde am Morgen schon von der Sonne geweckt! Und da war die Anspannung wieder. Um halb 9 wurde der Sprung auch von Skydive Taupo bestätigt, es wurde also ernst!

20 Minuten später kam auch schon die Limousine vorgefahren, die mich zum Flughafen brachte. Neben mir waren noch weitere potentielle Springer in der Limo und unsere Stimmung  war sehr angespannt! Nach einer Einweisung am Flugplatz musste ich erstmal gut 1 1/2 h warten, denn ich hatte mich für den Sprung aus 15.000 ft entschieden. Der größte Teil ist allerdings nur von 12.000 ft gesprungen. Deshalb musst ich auf andere Sky Diver warten, die auch von der von mir gewählten Höhespringen, damit das Flugzeug nicht nur für mich auf die höhere Höhe fliegen muss. Während der Warterei habe ich schon viele angespannte Gesichter in das Flugzeug steigen sehen. Bei der Landung mit dem Fallschirm jedoch war aber bei allen ein breites Grinsen auf dem Gesicht.

Im 3. Flugzeug war dann endlich auch ich mit meinem erfahrenen Tandemspringer. Aber bevor es los ging, bekam ich  erstmal einen Ganz-Körperanzug, ein Sicherheitsgeschirr und eine wunderschöne „Mütze“. Und dann konnte es endlich los gehen! Matt, mein Partner saß hinter mir, damit er mich auch mit dem Fallschirm verbinden konnte. Bevor der Absprung aber kam, gab es erst einmal einen 20 minütigen Rundflug über Taupo. Man konnte den Tongariro Nationalpark und den Mt. Taranaki am Horizont sehen. Leider waren doch noch ein paar Wolken da, deshalb waren   die beiden Küsten Neuseelands nicht zu sehen.  Aber darum ging es ja auch nicht. 😀

Bei 12.000 ft wurden schon die ersten Mutigen aus dem Flugzeug gelassen. Für mich  ging es aber nochmal 3.000 ft höher. Dann wurde es so langsam ernst. Das Geschirr wurde nochmal enger gemacht und Matt kontrollierte nochmal, ob jede Verbindung sitzt. Alles war perfekt, also rutschten wir vor zur Tür. Da wurde ich dann richtig nervös, aber es war schon zu spät. Kurze Zeit später war ich schon im freien Fall. Der erste Moment ist schon echt angsteinflößend, aber dann ist es nur noch geil. Mit rund 200 km/h rast man wieder auf die Erde zu! Bei  dem 60-sekündigen Freifall hat man noch keine Chance die Landschaft von oben zu genießen. Aber dann, als der Fallschirm aufging, hatte ich gut 5 Minuten Zeit, die Welt aus einer unbekannten Perspektive zu sehen. Es war wirkliche ein überragendes Gefühl, nichts als Luft unter sich zu haben. Was mich überrascht hat, war, dass Matt mir auf einmal die Lenkseile in die Hand gedrückt hat. Das war dann wirklich ein absoluter Moment der Freiheit! Und eh man realisiert hat, was gerade passiert ist, hat man schon wieder festen Boden unter den Füßen!

Mit nun ein wenig Zeit, die Aktion zu realisieren, muss ich sagen dass es sich wirklich gelohnt hat. Die 60 Sekunden Freifall gingen nur leider viel zu schnell um. Durch den Adrenalin Kick kann ich mich auch leider nicht mehr an alles erinnern, aber dafür habe ich ja das Video! Wenn ich die Möglichkeit habe, werde ich es auf jeden Fall nochmal wagen. Nur wahrscheinlich kann das erstmal nicht getoppt werden. Wahrscheinlich werde ich es auch nie mehr am anderen Ende der Welt machen!

Der Slogan von Skydive Taupo ist wirklich wahr: „Fear is temporary… achievement is permanent“

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