Adrenalinhauptstadt Neuseelands

Nachdem ich in Auckland alle organisatorischen Dinge geklärt hatte, ging es wieder an den Ort, wo ich die ersten Schritte in Neuseeland gemacht hatte, an den Flughafen. Mein Flieger ging aus dem warmen neuseeländischen Winter in den richtigen Winter von Neuseeland, nach Queenstown.

Gut, dass ich früh genug zum Einchecken am Flughafen war, deshalb konnte ich mir einen guten Platz aussuchen. Ich wählte einen Fensterplatz auf der linken Seite. Eine sehr gute Entscheidung wie sich herausstellte, denn der Flug ging komplett entlang der neuseeländischen Westküste. So konnte ich  bereits  einen Teil der wunderschönen Landschaft von oben begutachten. Wir flogen entlang des schneebedeckten Mount Taranaki auf der Nordinsel. Und dann sah man auch schnell die große Bergkette von Neuseeland, die Southern Alps. Die Bergkette ist den uns bekannten Europäischen Alpen zunächst sehr ähnlich. Da hier unten derzeit Winter ist, sind fast alle Gipfel noch schneebedeckt.

         

Ankommen in Queenstown

Nach ca. einem Monat,  ohne dass ich die heimischen Alpen gesehen habe, sah ich dann am Flughafen von Queenstown die neuseeländischen Alpen. Diese sind jedoch  genauso, oder noch imposanter als unsere europäischen Berge.  Das erste, was ich nach dem Einchecken im Hostel gemacht habe, war, mir das erste Bier in NZ zu kaufen. Ein Teil des Biers wurde auch direkt im Anschluss mit meinen neuen Mitbewohnern vernichtet.

In den nächsten Tagen schaute ich mir dann die cool gelegene Stadt Queenstown an. Die Stadt liegt am Lake Wakapitu und ist von allen Seiten von ca. 2.000 Meter hohen Bergen umgeben. Wahrscheinlich sagt man auch wegen eben dieser Lage, dass Queenstown die Adrenalinhauptstadt der Welt ist. An jeder Ecke in der Stadt kann man Touren zum Bungee (in Queenstown wurde übrigens der erste kommerzielle Bungeesprung der Welt gemacht), Skydive, Speedboard fahren, Heliskiing etc. buchen.

Außerdem habe ich jeden Tag das Wetter für die nächste Woche gecheckt, da ich ja nicht umsonst meine Skiklamotten mitgebracht hatte. Ab Samstag wurde einigermaßen gutes Wetter für die Woche gemeldet, deshalb hieß es am Freitag Ski Rentals zu vergleichen. Direkt neben meinem Hostel habe ich mit Outside Sport dann den besten gefunden. Hier hatte ich die Möglichkeit, jeden Tag einen anderen Ski für einen Skitest zu leihen. In den folgenden Tagen bin ich einen Riesenslalom und einen All Mountain von Dynastar, eine Powder-Latte von Rossignol und zum Abschluss nochmal einen All Mountain von Atomic gefahren.

Skifahren auf der kleinen Insel unten rechts auf der Landkarte

Ich hatte mir das Skifahren hier unten anders vorgestellt, als es „zu Hause“ ist.  Aber es ist fast genauso, bis auf ein paar Kleinigkeiten, die sich unterscheiden. Bei NZ-Ski kauft man sich einen Skipass, was ja vollkommen normal ist; dennoch steckt hier ein anderes System dahinter. In Europa kauft man  einen Skipass, der an eine bestimmte Zeitspanne gebunden ist, z. B. zwischen 25.03 und 01.04., wie mein letzter Skiurlaub in den Dolomiten. Wenn man sich in NZ einen Skipass kauft, ist man viel flexibler, denn man erwirbt hier nur Tage, die man abfahren kann, wann immer man möchte. Leider sind die Skigebiete hier deutlich kleiner. Das große Skigebiet von NZ hat gerade mal 44 Pistenkilometer. Im Gegensatz dazu hat das größte Skigebiet Europas ca. 600 Pistenkilometer.

Da am 1. September Frühlingsanfang ist, muss auch hier auf künstlichen Schnee zurückgegriffen werden, um die Saison zu verlängern. Dementsprechend wurde es  gegen Mittag auch hier sulzig, oder wie es auf englisch heißt „slushy“. Was mir am letzten Ski-Tag gezeigt wurde, war, dass man sich an jedem Ski-Tag  vernünftig eincremen sollte. Am wolkigsten Tag der 6 Tage Skifahren habe ich mir mit Vollgas die Nase verbrannt. Das liegt zum einen am Ozonloch, welches über Neuseeland liegt. Dadurch, dass die Ozonschicht nicht so dick ist, dringen mehr UV Strahlen auf die Erde und deshalb steigt die Sonnenbrandgefahr. Ein anderer Grund ist die extrem klare Luft in diesem Teil der Welt.

     

Einer der besten Tage meines Lebens

Ich hatte mir zum Glück den schönsten Tag der Woche ausgesucht, um mir einen Kindheits-Traum zu erfüllen. Einige Tage zuvor hatte ich nämlich auch eine der oben angesprochenen Touren gebucht, Heliskiing. Am Mittwoch um 9 Uhr morgens wurde ich am Hostel abgeholt und es ging mal wieder zum Flughafen von Queenstown, nicht aber um in ein Flugzeug zu steigen, sondern in einen Heli. Nach kurzer Einweisung des LVS Systems ging es in den Heli, um ein paar Schwünge in die unberührten Schneeflächen Neuseelands zu ziehen. Alleine schon das Fliegen über den schneebedeckten Bergen ist ein einzigartiges Gefühl. Viel besser noch  war das Skifahren durch die unberührte Natur, da wo noch nicht wirklich viele Menschen ihre Spuren in den Schnee gezogen haben.  Sobald der Hubschrauber weg war, war es so krass ruhig, da die Autos, Maschinen, anderen Menschen so weit weg waren. Das einzige was man hier hört, ist, wie man die Spuren  in den Schnee zieht. Das kam unserem Slogan „Endlich Frei sein“ schon sehr sehr nah. Um alle Eindrücke des Tages richtig wahrzunehmen, brauche ich sicherlich noch ein paar Tage.

                           

Elite der Slalomstangen

Nicht nur ich nutzte die  Super Bedingungen am Coronet Peak, sondern auch diverse Nationalmannschaften aus der ganzen Welt waren vertreten. Zumindest die Techniker (Slalom, Riesenslalom) der jeweiligen Nationalmannschaften. Vor allem die Europäer waren anwesend, die Deutschen, Österreicher, Schweizer, Schweden, Norweger, Belgier, Holländer, es war so ziemlich alles da was Rang und Namen hat. Unter anderem Felix Neureuther, Stephan Luitz, Linus Strasser, Manuel Feller, Sara Hector, Maria Pietilä Holmner, Nina Loeseth, um nur ein paar Namen zu nennen. Für die Athleten geht der Winter jetzt erst richtig los, um sich auf die Olympischen Spiele 2018 vorzubereiten. Für mich ist jetzt der Winter endgültig vorbei und ich freue mich nun auf den Frühling und auf den Sommer in Neuseeland.

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1 Kommentar

  1. Hi Moritz,
    toll, was du in deinen ersten beiden Wochen NZ schon erlebt hast. Ich freue mich riesig für Dich.
    Mama

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