Auch in einem so schönen Land wie Neuseeland geht nicht alles immer genau nach Plan. Zum ersten Mal in meinem „Jahr“ in Neuseeland musste ich ein paar Rückschläge verkraften.

Als ich wieder in Dunedin angekommen war, ging das Warten auf die Zusage von Middlemarch los. Ich hatte mir einen Zeitraum von 5 Tagen gesetzt. Wenn ich bis dahin nichts gehört hätte, würde ich nachfragen. Sonst würde ich zu viel kostbare Zeit mit Warten vergeuden. Also musste ich die 5 Tage in Dunedin irgendwie rum bekommen. Einen Tag war ich im Sportmuseum von Dunedin. Es war ganz interessant, mal in die Sportgeschichte eines anderen Landes einzutauchen. An einem anderen Tag konnte ich gar nichts machen, da es von morgens bis abends komplett durchgeregnet hatte. Aber auch den Tag habe ich mit einem sehr entspannten Netflix Marathon rum bekommen. Es schien so, als ob alle Backpacker einen großen Bogen um Dunedin machten oder noch alle im jetzt schon sommerlichen Norden sind. Es gab 3 Tage, an denen ich ganz alleine im Hostel war. Da ich immer noch nicht sehr flexibel bin, sprich noch kein Auto habe, um mir etwas in der Umgebung anzusehen, musste ich diese Zeit in Dunedin verbringen. Dies habe ich mal wieder mit 2 Laufeinheiten gemacht. Einmal bin ich durch den Townbelt gelaufen. Das ist, wie der Name schon sagt, ein sehr grüner Parkgürtel um halb Dunedin. Den zweiten Lauf habe ich nochmal zum St. Kilda Beach gemacht.

Aber irgendwann musste es ja mal jemanden in das Hostel verschlagen, mit dem ich was unternehmen könnte. Das war dann Peter aus Malaysia. Mit Peter bin ich zum ersten Mal in eine neuseeländische Kneipe gegangen. Die haben wir aber auch schnell wieder verlassen, da wir für ein 0,33 Bier 7 NZD bezahlt haben, was ca. 4,30 € sind. Das war uns zu teuer, aber Peter hatte noch Bier im Auto, was wir dann genossen haben. Am nächsten Nachmittag fuhren wir mit seinem Auto auf die Otago Halbinsel, in der Hoffnung ein paar Pinguine zu sehen. Leider erfolglos, aber alleine schon die Landschaft auf der Halbinsel machte Neuseeland alle Ehre. Ich erzählte Peter von der Baldwin Street und deshalb musste er diese auch noch unbedingt besichtigen. Das war dann das 3 mal, dass ich sie gesehen habe. Doch diesmal ein wenig anders: im Auto hoch und runter zu fahren ist nochmal ein ganz anders Gefühl. Da habe ich erstmal einen richtigen Eindruck bekommen, wie steil die Straße wirklich ist. Peter hatte noch eine gute Idee: die Stadt von oben sehen. Da es schon dunkel geworden war, sah das ganze nochmal besser aus! Aber auch Peter war nur auf der Durchreise und deshalb fuhr er am nächsten Tag wieder weiter.

Der Nachmittag hatte mir aber gezeigt, dass auch ich ein Auto haben möchte. Aus diesem Grund schmiedete ich den Plan, dass, wenn ich eine Absage aus Middlemarch bekommen würde,  ich direkt nach Christchurch fahren werde, um mir ein Auto zu kaufen.

Nachdem die 5 Tage um waren, schrieb ich Dave eine Mail, um mal leise nachzufragen,  wie es mit meinem Job aussieht. Am nächsten Morgen habe ich dann leider eine Absage bekommen, mit der Begründung, dass sie einen Bike Mechaniker für 7 Monate suchen, ich aber nur 3 Monate bei Ihnen arbeiten möchte. Wahrscheinlich war die Absage gar nicht so schlecht, so brauche ich nicht 3 Monate in dem 150 Seelen Dorf Middlemarch ohne Kontakt zu anderen Backpacker verbringen.

Ich konnte aber frühestens Dienstag aus Dunedin nach Christchurch aufbrechen , da ich noch den ersten Friseur Termin in meinem Leben hatte (Betty sei Dank :-)). So nutzte ich die Zeit, um passende Auto-Angebote in Christchurch heraus zu finden. Da habe ich auch schnell eins gefunden und einen Termin mit den Deutschen Backpackern für Mittwoch Nachmittag gemacht. Nachdem meine Frisur wieder zurecht gestutzt worden war, fuhr ich wieder mit dem InterCity Bus nach Christchurch. Diesmal dauerte die Fahrt aber 6 Stunden. Endlich in ChCh angekommen, freute ich mich schon auf das Auto. Mittwoch morgens bin ich ein wenig durch die ziemlich kaputte Stadt gelaufen. Die Stadt leidet immer noch unter den schweren Folgen von 3 Erdbeben in den letzten 7 Jahren. Nach 2010 gab es 2011 noch ein Nachbeben und erst letztes Jahr erschütterte noch ein Erdbeben die Region um ChCh. Überall in der Stadt sind große Baustellen, wo neue Häuser gebaut werden, neue Straßen und neue Parkanlagen. Aber ich war ja hier, um mir ein Auto anzugucken und hoffentlich eines zu kaufen. Ich freute mich schon auf diesen Termin, aber ich hatte mich zu früh gefreut. Mittags bekam ich eine SMS, dass das Auto vor ein paar Minuten verkauft wurde. Das war der 2 Rückschlag innerhalb von 3 Tagen, aber es musste ja weiter gehen. Gesagt, getan: am selben Nachmittag habe ich mir einen Job auf einem Vineyard besorgt, den ich am Montag starten kann. Allerdings ist das Vineyard in Blenheim, ca. 8 Stunden Fahrzeit entfernt von ChCh. Deshalb machte ich mich in den verbleibenden Tage erneut  auf die Suche nach Autos, aber ich habe leider kein vernünftiges gefunden. Aus diesem Grund buchte ich mal wieder den InterCity Bus, um nach Blenheim zu kommen.

Rund um Blenheim liegt das größte Weinanbaugebiet Neuseelands, deshalb werde ich hier wohl erstmal 2 bis 3 Monate verbringen,  um ein wenig Geld fürs Reisen zu verdienen. Eventuell finde ich hier ja ein passendes Auto, um an meinen freien Tagen die Gegend unsicher zu machen!

Demnächst mehr vom „Vineyard worker“ Moritz.

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