Hallöchen, hier meldet sich ausnahmsweise mal Simone, ihres Zeichens Mutter von Moritz. Familie Hesener nutzt Moritz Auslandsaufenthalt in Neuseeland, um dieses Land auch zu besuchen. Nach einer anstrengenden Anreise haben wir Moritz nach genau einem halben Jahr wieder gesehen.

In der Nähe des Flughafens übernahmen wir dann unsere Jucy Lucy – unser Wohnmobil und Zuhause für die kommenden 3 Wochen. Wir hatten Glück und bekamen ein Upgrade, statt des gebuchten Jucy Casa bekamen wir einen Jucy Casa Plus – mehr Platz und Alkoven. Nach einem ersten Einkauf im Pac N’Save startete unsere Reise Richtung Northland. Gut, dass Moritz über Erfahrung im Linksfahren verfügt. Wir anderen wären damit wegen Übermüdung total überfordert gewesen.

„Allow extra time on New Zealand roads“ – wir merkten direkt auf den ersten Kilometern, warum: Die Nordinsel NZ ist extrem hügelig und dementsprechend gestaltet sich auch die Fahrerei. Zudem machten wir direkt am ersten Tag mehrfach Erfahrung mit Neuseelands Gravel Roads. Diese sind Schotterstraßen, die in der Karte als normale Landstraßen gekennzeichnet sind.

Einige Stunden später erreichten wir dann unser Ziel für heute: den Motutara Farm Camping, ein sehr nettes Plätzchen in Whananaki am südpazifischen Ozean. Bei 28 Grad und Sonne genossen wir unser erstes Bad im Meer. Hier blieben wir 2 Nächte, um unseren Jet Lag und unsere Müdigkeit loszuwerden.

Am Montag ging es dann weiter in Richtung Cape Reinga. Zunächst stoppten wir in Kawakawa, dort hat Friedensreich Hundertwasser für einige Jahre gelebt und dem Ort eine öffentliche Toilette im typischen Hundertwasser-Stil gestiftet. Anschließend wanderten wir am Kerikeri River bei Super Wetter zu 2 wunderbaren Wasserfällen. Leider war hier das Baden aufgrund von Bakterienbefall nicht angesagt. Die Nacht verbrachten wir auf einem Free Camping in  der Doubtless Bay am Tokerau Beach. Dort gab es tolle Jakobs- und andere Muscheln und Schnecken zu sammeln.

An einem solch endlosen Strand muss man den Tag mit einer Strandwanderung beginnen. Gesagt, getan: Weitere Muscheln wurden gesammelt.  Nach einem kurzen Zwischenstop am sehr weißen Rarawa Beach erreichten wir gegen Mittag endlich die Campsite Tapotupato in der Nähe von Cape Reinga. Der angekündigte Zyklon verschonte uns hier ganz im Norden Neuseelands.  So unternahmen wir bei fast tropischen Temperaturen eine Wanderung mit reichlich Höhenmetern durch traumhaften Urwald zum Cape Reinga. Ganz schön schweißtreibend, aber der Ausblick auf den Zusammenfluss von Tasman Sea und Pacific Ocean war schon sehenswert. Der Zyklon bescherte uns Mega Wellen und Lisa und Moritz probierten das von Moritz gefundene Body Board aus.

Der nächste Tag bescherte uns ein weiteres Highlight: Die Te Paki Sand Dunes und Sanddünen-surfen. Absolut genial, besonders diese Landschaft hier oben im äußersten Norden Neuseelands, ursprüngliche Wälder und grandiose Sanddünen. Weiter ging es wieder Richtung Süden – wir übernachteten am Wanderparkplatz Ara Te Uru über dem Hokianga Harbour. Auch dies war wieder ein sehr gepflegtes und wunderbar gelegenes Plätzchen für „Self Contained“ Campervans. Am Abend gab es noch einen traumhaften Sonnenuntergang.

Am nächsten Tag, inzwischen schon Donnerstag,  führte uns unser Weg durch den Waipoua Forest mit dem größten noch vorhandenen Kauri-Baum-Bestand Neuseelands,  und den größten Exemplaren, dem Tane Mahutau und den Four Sisters. Diese gewaltigen Bäume sind leider in den letzten Jahrhunderten sowohl von den Maori als auch den europäischen Einwanderern für den Schiffsbau gefällt und fast ausgerottet worden. Auch heute sind diese Baumriesen vom Aussterben bedroht, daher werden diese noch existierenden Bäume durch die neuseeländische Regierung sehr geschützt. Besucher müssen ihre Schuhe säubern und desinfizieren, wenn sie zu den Bäumen möchten. Heutzutage setzt den Bäumen eine Wurzelfäule zu.

Von hier ging die Reise nun weiter zu den Kai Iwi Lakes, der Küste vorgelagerte Dünenseen mit Süßwasser mit kristallklarem türkisfarbenen Wasser und weißen Stränden. Leider wehte ein starker Wind und es gab wenig Sonne. Nichtsdestotrotz genossen wir die schöne Wanderung rund um den größten der 3 Süßwasserseen und eine kleine Badeeinheit.

Der Freitag führte uns dann allmählich wieder in die Nähe von Auckland, heute legten wir eine kleine Sonnen, Schwimm- und Chilleinheit am Snells Beach ein. Auch hier hat man ein Herz für Camper. 5 Plätze sind hier direkt am Beach für übernachtende Camper reserviert.

Fazit unserer ersten Woche in Neuseeland: Northland ist abseits der Hauptstraßen, an denen man hauptsächlich riesige Kuhherden sieht, wunderschön. Ursprüngliche Regenwälder, traumhafte Buchten, toll angelegte Wanderwege,  super nette Neuseeländer – all das macht Lust auf mehr.

Eine Auswahl der besten Fotos