Am letzten Wochenende habe ich mit Agustin, Gabriel und Matthis den Abel Tasman Coast Track absolviert. Der Track ist 60 Kilometer lang und wir hatten uns vorgenommen, die Wanderung in 3 Tagen zu vollenden. Der Abel Tasman Coast Track zählt zu den sogenannten Great Walks. In Neuseeland gibt es 9 an der Zahl, der berühmteste ist wohl der Milford Track. Der Milford Track wird oft als schönste mehrtägige Wanderung der Welt bezeichnet.

Wir starteten nun aber erstmal mit dem Abel Tasman Coast Track.

Am Freitag trafen Agustin und ich uns mit Matthis in Marahau, dem südlichen Startpunkt des Track. Hier verbrachten wir eine Nacht auf einem Campingplatz, denn am nächsten Morgen hatten wir ein Wassertaxi gebucht, welches uns zum nördlichen Startpunkt des Track bringen sollte. Nach einer weiteren Nacht in meiner „Karre“ ging es am Morgen endlich in den Abel Tasman National Park!

Es fing schon sehr kurios an. Aufgrund der hohen Tide zwischen Ebbe und Flut  werdendie Passagiere alle bereits im Dorf in die Taxiboote eingeladen. Die Boote werden anschließend von einem Trecker zum Meer gebracht. Mit ca. 25 anderen im Boot ging es dann mit voll Speed an der Küste entlang Richtung Norden. An einigen Buchten verließen uns ein paar Passagiere, so dass ich nach gut einem  Viertel der Fahrzeit noch einen guten Platz im Boot ergattert habe. Der Skipper hielt auch an Buchten oder Inseln, an denen er Seerobben vermutete. Und er hatte recht, an einigen Orten lagen die Robben faul auf den Steinen herum. Nach ereignisreichen 1 1/2h auf dem Wasser erreichten wir Totaranui.  An diesem Ort ging es nun endlich auf  unseren ersten Great Walk! Es ist nicht der nördlichste Startpunkt, aber derzeit fuhr kein Boot nördlicher. Aus diesem Grund ist unser Track ca. 10 km kürzer. Nachdem wir unser Zelte aufgebaut hatten,  testeten  wir erstmal die Temperaturen des Meeres. Mit dem nächsten Boot von Marahau kam dann auch endlich Gabi (Gabriel) nach Totaranui. Um nicht den halben Tag am Strand zu liegen, entschloss ich mich, mit Matthis dem Coast Track ein wenig in Richtung Norden zu folgen. Auf dem kleinen Stück zeigte sich schon, dass die nächsten Tage überragend werden. Zurück auf dem Campingplatz bot sich eine Überraschung, Gabi hatte eine Flasche Wein mitgebracht. Um  für die nächsten Tage 1 kg Gepäck zu sparen,  haben wir die Flasche kurzerhand getrunken. 😀

Am Abend wurde das Wetter leider schlechter. Die zweite Nacht im Zelt, nach der Nacht auf Heiligabend, war leider regnerisch.

Am nächsten Morgen hieß es um 6 Uhr aufstehen, denn bis 10 Uhr mussten wir eine Bucht passiert haben. Die Bucht konnte man nur bei Ebbe passieren und bis dahin waren es ca. 8 km. Nachdem das „Lager“ abgebaut war und wir ordentlich gefrühstückt hatten, ging es um 7 Uhr los. Auf der ersten Etappe erwarteten uns ca. 23 km. Die 8 km bis zur Bucht mussten wir leider noch im Regen gehen. Wir erreichten die Bucht zum Glück rechtzeitig und konnten ohne große Probleme durchqueren. Die nächsten Stunden gingen wir durch die grünen Wälder des Nationalparks. Immer wieder wurde man aus dem Grünen Wald an einen goldenen Strand ausgespuckt. Nach gut 7 Stunden waren wir an  unserem Etappenziel angekommen, der Bark Bay. Der Campingplatz war wirklich malerisch gelegen. Er lag direkt auf einer kleinen Landzunge in der Bark Bay. Ich habe mein Zelt so aufgebaut, dass ich im am nächsten Morgen im Liegen den Sonnenaufgang sehen kann. Ich habe ihn aber leider verschlafen. :D. Natürlich muss bei so einer Wanderung auch ordentlich gegessen werden, abends habe ich immer Nudeln mit einer Taco-Gewürzmischung gegessen. Es ist sehr leicht und es schmeckt gar nicht mal so schlecht.

Zum Frühstück am nächsten Morgen gab es  immer Pumpernickel aus Deutschland mit Marmelade, eine Banane und einen Apfel. Anschließend standen wieder ca. 15 km auf dem Programm. Mit etwas Muskelkater mussten erst einmal ein paar Höhenmeter zurückgelegt werden. Aber der kleine Aufstieg wurde mit einer Hängebrücke belohnt, die über einen kleinen Fluss führte. Auch an diesem Tag mussten wir wieder eine Bucht bei Ebbe durchqueren. Aber dieses Mal waren nicht so viele Muscheln auf dem Weg, so dass barfuß laufen angenehm war. Es war eine willkommene Abwechslung, denn nach der Bucht mussten die Wanderschuhe wieder geschnürt werden. Nach der Bucht lagen aber nur noch 2 Stunden vor uns. Der Weg führte wieder durch die dichten Wälder, die hauptsächlich von Farnen bewachsen sind. Aber ab und zu hatten wir auch wunderschöne Ausblicke auf kleine Buchten an der Küste. Für die letzte Nacht hatten wir den Apple Tree Camping gebucht, leider waren auf dem Camping keine Apfelbäume, aber er war direkt am Strand. In der Bark Bay lag zwischen dem Strand und dem Zelt noch ein Zaun, hier lag nichts mehr dazwischen. Also wurden die Zelte wieder direkt aufgebaut und anschließend gab es wie jeden Tag eine verdiente Abkühlung im Meer. Nach der Abkühlung folgte wie jeden Tag ein kleiner Mittagsschlaf in der Sonne. Aufgrund der Sandflys, die extrem nervig wurden, wenn die Sonne weg war, haben wir uns alle schon gegen 8 Uhr in unsere Zelte verkrochen.

Am letzten Morgen auf dem Track habe ich es aber doch noch geschafft, ich habe den Sonnenaufgang mit bekommen. :Anschließend konnte ich aber nochmal einschlafen, denn wir konnten uns heute Zeit lassen. Denn bis Marahau waren es nur noch 2 Stunden Geh-Zeit. Nach einem ausgiebigen Frühstück und Entspannen am Strand haben wir die letzten Kilometer auf dem Track wirklich genossen.

Alles in allem wird der Abel Tasman Coast Track sicherlich  zu meinen Highlights gehören, aber ich werde die auch die Sandflys nicht vergessen. Außerdem habe ich wirklich mal  genossen, komplett ohne Handy auszukommen.

Zum Abschluss des letzten Tages haben wir alle in Nelson noch ein paar Bierchen  zusammen getrunken. Es war nicht nur der Abschluss des Tracks, sondern es war auch unser letzter gemeinsamer Abend.  Agustin wechselt jetzt auf die Nordinsel und Gabi und Matthis gehen wieder arbeiten in Blenheim, aber wir wollen uns nochmal alle auf der Nordinsel treffen.

Ich bereise jetzt erst einmal alleine die Südinsel;  in der nächsten Woche fahre ich die West Cost in Richtung Süden.

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