Wie der Titel es schon ankündigt, habe ich in meinen wohl vorerst letzten Tagen in Queenstown meinen ersten richtigen Gipfel bestiegen, den Ben Lomond. Genau genommen war es mein zweiter Gipfel in Neuseeland, da ich in meinen ersten Tagen in Auckland schon den Mt. Eden „erklettert“ hatte.

„Wenn ich schon in Queenstown  und umgeben von solch herrlichen Bergen bin“, dachte ich mir,  „musst du die auch mal von oben sehen“. Natürlich habe ich beim Anflug auf Queenstown und beim Heliskiing schon einen Teil der unglaublichen Landschaft um Queenstown gesehen, doch dafür brauchte ich mich persönlich  ja nicht anstrengen, sondern nur Geld bezahlen. 🙂 Da am Montag ein traumhafter Tag angekündigt wurde, habe ich mir kurzer Hand im Internet eine Tageswanderung ausgesucht, die auf einen Gipfel führt und am selben Abend meinen kleinen Rucksack gebirgstauglich  gepackt. Generell wenn es ins Hochgebirge geht, sollte man erstens auf jedes Wetter vorbereitet sein, auch wenn der Wetterbericht Sonne meldet. Also packte ich meine Daunen- und Hardshell-Jacke ein. Zweitens sollte man immer genug Essen und Trinken im Rucksack habe. Nach den Vorbereitungen und einem geselligen Abend mit meinen Mitbewohnern ging es dann zeitig ins Bett, denn ich wollte frühmorgens starten.

Um kurz vor 8 machte ich mich bei strahlendem Sonnenschein und bei Temperaturen um die 5 Grad auf den Weg auf den1.748 Meter hohen Ben Lemond. Da erst seit 3 Tagen Frühling in Neuseeland ist und viele Pfade und Gipfel noch schneebedeckt sind,  stand noch gar nicht fest, ob ich  den Gipfel überhaupt erreichen werde. Aus diesem Grund war zunächst nur der 400 Meter tiefer gelegene Ben Lemond Saddle das Ziel. Um dort hin zu gelangen,  ging ich über den Tiki Trail, der erstmal zum Skyline Komplex, ca. 500 Meter über Queenstown, führt.  Schon auf dem Weg, der hauptsächlich durch bewaldetes Gebiet führte, hatte ich ein paar sehr schöne Ausblicke über den Lake Wakatipu.

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Auch im Skyline Komplex werden wieder einige Aktivitäten angeboten. Zum einen etwas ähnliches wie Rodeln, Bungee Springen und gleichzeitig ist hier der Start, um mit dem Downhill Bike den Bike-Park von Queenstown zu erkunden.

Mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages nahm ich ein kleines Frühstück ein, dann ging es für mich weiter Richtung Ben Lemond Saddle. Nach einem kurzen Stück durch den Wald führte der Track endlich durch offenes Gelände. Dort gab es auch den ersten Blick auf den Gipfel. Der schneebeckte Gipfel machte mir wenig Hoffnung, dass ich diesen heute erreiche. Zu diesem Zeitpunkt stand die Sonne noch nicht hoch genug, deshalb wurde es ganz schön kalt im Schatten des Berges. Auf Teilen der Bergflanke war noch Rauhreif auf Sträuchern und Gräsern. Um so höher ich kam, desto höher stieg dann aber auch die Sonne und schon bald war ich zurück in  der neuseeländischen Frühlingssonne.

        

Die letzten Höhenmeter zum Saddle  machten mir noch weniger Hoffnung, da hier teilweise festgetretener Schnee auf dem Pfad lag. Auf dem Saddle angekommen eröffnete sich mir ein beeindruckender Blick in Teile der Southern Alps. Alles was ich vom Pfad zum Gipfel sehen konnte, war schneefrei. Also entschied ich mich weiter zu laufen.  Der größte Teil des Wanderwegs lag nun auf der sonnenzugewandten Seite, dementsprechend gab es wenig Schnee auf dem Weg. Was eventuell bei dem Abstieg ein Problem werden könnte, war der durch die Schneeschmelze sehr nasse Boden. Kurz vorm Gipfelsturm war dann doch noch ein Schneefeld zu überwinden. Da aber  in den letzten Tagen scheinbar schon mehrere Wanderer auf dem Gipfel waren, war der Weg platt getrampelt und deshalb nicht so schwierig.

Das letzte Schneefeld

Nach gut 3 Stunden und ca. 1.400 Höhenmetern hatte ich den Gipfel endlich erreicht. Und es hat sich absolut gelohnt! Der Rundumblick war einzigartig, wie hoffentlich auf dem Video rüberkommt. Auf der einen Seite sah ich in den Mt. Aspiring National Park und auf der anderen Seite konnte ich ganz am Horizont das Meer erblicken. Es war so klar und keine Wolke am Himmel, ich hatte den perfekten Tag erwischt! Nachdem ich ausgiebig das Leben genossen hatte, ging es auf den rutschigen Abstieg.

       

Der Weg über das Schneefeld war bergab nicht so einfach wie bergauf. Hier musste ich schon genau überlegen, wo ich hintrete, sonst wäre es zu schnell Richtung Tal gegangen. Richtig rutschig wurde es aber erst nach dem Schneefeld . Ich musste aber zum Glück nur eine kurze Bodenprobe nehmen. Bei einer anderen Wanderin ist es leider nicht bei einer kurze Bodenprobe geblieben, sie hatte sich wohl beim Aufstieg bei einem Sturz den Arm gebrochen. Zum Glück wurde sie von einem Wanderpartner begleitet, weshalb ich nach kurzem Hilfeangebot meinen Abstieg fortsetzen konnte. Der Abstieg führte über den gleichen Weg zurück nach Queenstown. In Queenstown gab es anschließend einen Apres Hike Cappuccino und dann war schon wieder ein Tag in Neuseeland Geschichte.

Für mich geht es jetzt noch ein Stück weiter weg von zu Hause, nämlich nach Dunedin. Ich hoffe, dass ich dort einen Job bekommen werde, damit ich auf meinem Roadtrip über die Südinsel im teuren Queenstown auch mal Party machen kann. 😀

P.S: Wer  Queenstown von oben sehen möchte, der kann sich den Track hier auf der Seite des DOC’s genau angucken.

Galerie der Bilder