„Wochenenden“ in Neuseeländischen Arbeitswochen

Ich habe mich lange nicht mehr gemeldet, das liegt daran, dass  in einer neuseeländischen Arbeitswoche wenig passiert. Unter der Woche komme ich  gegen halb 5 –  5 Uhr wieder zurück ins Hostel. Meistens gibt es dann ein verdientes Feierabend-Bier, Schokolade und die Reste vom Lunch, anschließend eine Dusche und dann koche ich noch mein Lunch für den kommenden Tag, meistens Spagetti oder mittlerweile oft Pfannkuchen. Und schon ist  dann wieder ein Tag auf dem Vineyard Geschichte.

Um aus dem Rhythmus wenigstens am Sonntag auszubrechen, habe ich manchmal was in der näheren Umgebung unternommen.

An einem regnerischen Sonntag bin ich mit Flo, meinem deutschen Roommate in das nah gelegene Picton gefahren. Im Hafen von Picton legt 2 mal täglich die Fähre aus Wellington an. Das heißt, dass im Sommer das kleine Picton aus allen Nähten platzt, wenn die Neuseelandreisenden auf die jeweils andere Insel umsetzen. Allerdings war an dem Tag  nicht viel los, es lag wahrscheinlich am Regen und daran, dass noch keine Reisesaison ist. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Hafen und einem Kaffee haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht. Da Picton auch das Tor in die Marlbourogh Sounds ist, nahmen wir einen „kleinen“ Umweg entlang der Küste des Sounds. Da die Straße sehr kurvenreich war,  teilweise nur geschottert und nur rauf und runter ging, war es ein Umweg von ca. 2 1/2 Stunden. Aber ein bisschen Adventure hat noch keinem geschadet und auch trotz des Regens gab es einige schöne Buchten zu sehen.

Um die Marlborough Sounds auch mal bei schönem Wetter zu sehen, haben wir (Andy und Flo und ich aus Deutschland und Augustin aus Argentinien) uns auf den Weg gemacht,  um den höchsten Berg des Sounds zu erklimmen. Angesetzt war die Wanderung zum Mt. Stokes mit 5 h, allerdings kann man die Wanderung auch locker in 3 h schaffen. Um an den Fuß des Berges zu kommen, mussten wir erst einmal 100 km mit dem Auto fahren. Wir brauchten ca. 2 1/2 h für die 100 km, da kann man sich ungefähr vorstellen, wie kurvenreich die Fahrt war. Auf den 100 km ging es von Bucht zu Bucht. Am Startpunkt der Wanderung angekommen schien noch die Sonne, aber es waren auch Wolken zu sehen. Die Wanderung führt durch einen dichten Laubwald steil bergauf. Der dichte Laubwald erinnerte mich an den Düsterwald aus der Hobbit Filmreihe. Leider gaben die dichten Baumkronen nur selten einen Blick auf die malerischen Marlborough Sounds frei. Auf halbem Weg merkten wir schon, dass wir auch eventuell auf dem kahlen Gipfel keinen Ausblick haben werden, denn es fing leicht an zu regnen. In Neuseeland ist das Wetter dafür bekannt, dass man an einem Tag gefühlt jede Jahreszeit erleben kann. So war es auch an diesem Tag. Kurz vor dem Gipfel haben wir den Wald verlassen und standen mitten in den Wolken. Leider haben sich diese auch nicht verzogen, deshalb war alles was wir gesehen haben graue Wolken. Da auch ein starker Wind blies, haben wir uns schnell wieder auf den Rückweg gemacht, da der „Winter“ mal wieder zugeschlagen hat. Es wurde schnell verdammt kalt. Auf dem Rückweg nach „Hause“ haben wir in Picton noch beobachtet, wie die 2 großen Fähren anlegen und wie schnell diese wieder leer sind.

An schönen Wochenenden geht es oft mit dem Großteil der „Hostelbande“ an den Strand. Am Strand wird meistens nur gechillt und gequatscht. Es macht schon Spaß mit Leuten aus Argentinien, Japan, Wales, Italien und Frankreich über das Backpacker-Leben zu quatschen. An einem Samstag Abend sind wir auch an den Strand gefahren, um dort ein paar Bierchen am Lagerfeuer zu trinken. Aber beim Feuerholz sammeln sagte uns ein neuseeländischer Angler leider, dass Feuer nur nach Absprache mit der örtlichen Feuerwehr erlaubt sind. Deshalb gab es leider kein richtiges, sondern nur ein kleines Feuer in einer Bierdose, um die Sandflys (ähnlich wie Mücken, nur die Stiche jucken deutlich schlimmer) fern zu halten. In der Nähe des Strandes ist eine Höhle in der man Glühwürmchen sehen kann. Leider ist meine Handy Kamera zu schlecht ,um euch davon Bilder zu zeigen. Man kann es aber mit einer sternenklaren Nacht vergleichen, nur dass die Sterne zum Greifen nah sind.

Vor 3 Wochen habe ich freitags in den verschiedenen Backpacker Facebook-Gruppen ein gutes Angebot für ein Auto gefunden. Ein Deutscher verkaufte seinen Honda Odyssee. Es war quasi das perfekte Wochenende, um nach Christchurch zu fahren und das Auto zu kaufen. Denn erstens verließ Michael, ein guter Freund,  an diesem Wochenende Blenheim in Richtung ChCh  und zweitens war langes Wochenende, da in Marlborough montags Feiertag war. Aus diesen Gründen habe ich mich entschieden, Michael nach ChCh zu begleiten. Am Sonntag Abend habe ich mir das Auto angeguckt und bin zum ersten mal im Linksverkehr gefahren. In der Nacht zum Montag entschied ich mich dann  das Auto zu kaufen. Das Auto ist zwar von 1996 und hat schon 230.000 km gelaufen, aber das ist noch wenig für ein Backpacker Auto. Um 10 Uhr trafen wir uns an der Post, um den Papierkram zu erledigen. Auch die Ummeldung eines Autos kann man bei der neuseeländischen Post machen. Nach gut 10 Minuten war ich dann stolzer Besitzer meines ersten eigenen Autos,  oder wie mein Papa sagte, meines ersten eigenen Wohnmobiles. Leider ist es kein richtiges Wohnmobil, aber es ist ein Kombi mit einem 1,80 m x 1,40 m Bett. Ob es sich in dem Bett gut schläft, werde ich dann ab Januar berichten, wenn für mich der Roadtrip beginnt. Außerdem ist ein Zelt, Schlafsack, Kochequipment, Gaskocher etc. enthalten. Und zusätzlich war im Auto noch ein Neoprenanzug, also steht den ersten Surfversuchen quasi nichts mehr im Wege. Nachdem ich auch das Geld überwiesen hatte, habe ich mich mit meinem eigenen Auto auf den 5 stündigen Rückweg nach Blenheim gemacht. Bisher läuft die „Karre“ einwandfrei, drückt mir die Daumen, damit das in Zukunft auch so bleibt. 😀

Jetzt steht für mich noch ein Monat Arbeit an und dann habe ich hoffentlich genügend Geld gespart, um die nächsten 7 Monate Neuseeland mit meinem Auto bereisen zu können. Weihnachten werde ich wahrscheinlich an einem Strand im Abel Tasman National Park mit guten Freunden und Bier verbringen. :D. Davon demnächst mehr.

Ich wünsche euch eine schöne winterliche Adventszeit!

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2 Kommentare

  1. Hallo Moritz,
    hier kommen liebe Grüsse zum 2. Advent aus der winterlichen Heimat von
    Simone und Stephan.
    Es ist immer wieder schön deine Berichte zu lesen ?und zu staunen was du alles erlebst in Neuseeland. Opa Siegfried hält uns natürlich auch immer auf dem laufenden. Nun bist du schon bald 4 Monate unterwegs…Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. Weiterhin alles Gute und noch viele spannende Erlebnisse wünschen dir
    Simone und Stephan ???‍♂️

    • Moritz

      9. Januar 2018 at 23:39

      Hi Stephan und Simone,
      entschuldige, dass ich erst jetzt antworte.
      Das ist schön zu hören, dass ihr immer meinen Blog lest. 😀 Ja die Zeit rast, bald ist schon Halbzeit für mich. In 5 Monaten geht es leider schon wieder ins hoffentlich sommerliche Sauerland.
      Danke und richtet schöne Grüße in der Sparkasse aus. 😀

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